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Die drei Grazien – kinetische Stahlskulptur

Im Dezember 1995 wurde im Rahmen der Modernisierung eines Mietshauses in der Nürnberger Strasse in Berlin Charlottenburg ein beschränkter Wettbewerb für ein Kunstwerk ausgeschrieben. Zwanzig Berliner Künstler wurden eingeladen, neun reichten Entwürfe ein. Die Jury bestand aus je zwei Vertretern der Architekten und der Investoren, einem Vertreter des Stadtplanungsamtes, einem Vertreter der Bauaufsicht und einem unabhängigen Kunsthistoriker. Mit einem Abstimmungsergebnis von sechs zu eins entschied sich die Jury für die kinetische Plastik von Oliver Hahn.

Im folgenden Jahr wurde die Skulptur mit dem Titel Drei Grazien auf dem Dach des Hauses feierlich enthüllt.

In einem Rahmen von fünf mal drei Metern sind drei weibliche Figuren aus Edelstahl zu sehen, die sich im Wind drehen. Durch das Nebeneinander von Positiv- und Negativformen der Figuren und der ständigen Veränderung durch den Wind tanzen die Drei Grazien in immer neuen Formen. Dabei diente die Nürnberger Strasse als traditionellem Ort des Tanzes als Inspiration – seit den zwanziger Jahren für den Ballsaal Femina und bis in die neunziger Jahre für den Dschungel berühmt.

Nach zehn Jahren über den Dächern von Berlin haben die Drei Grazien nun auf dem Gelände der Malzfabrik in Berlin-Schöneberg einen neuen Platz gefunden, an dem sie ihre Pirouetten drehen können. Und der Standort könnte perfekter nicht sein für eine Skulptur, die die Kräfte der Kreativität und der Natur in sich vereint. 1914 als Mälzerei für die Schultheiss Brauerei erbaut, ist die Malzfabrik mittlerweile ein Ort für Visionäre und Kreative mit den Schwerpunkten Kunst, Kultur und Nachhaltigkeit. Hier können die Drei Grazien aus Edelstahl wieder das tun, was sie am liebsten tun: sich im Wind drehen und tanzen, tanzen, tanzen.