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Die MACHT der KUNST

Die MACHT der KUNST

 

Tagesthemen_05-04-2013

 

Unter dem Motto „MACHT KUNST“ hatte die Deutsche Bank Anfang April in ihre neue Kunsthalle Unter den Linden geladen. Jeder, der sein Kunstwerk dort von Freitag früh bis Sonntag abend ablieferte, würde an einer 24-stündigen Ausstellung in den Räumen der ehemaligen Deutschen Guggenheim teilnehmen.

Dass ich nicht der einzige sein würde, der dieser Einladung folgt, davon war ja auszugehen. Aber was sich dann tatsächlich vor den Toren der Kunsthalle abspielte, übertraf wohl die kühnsten Erwartungen aller Beteiligten. Als ich dort eine halbe Stunde vor Öffnung mit meinem Werk eintraf, hatte sich Unter den Linden bereits eine Schlange aus Kunst und Künstlern gebildet, die bis zum Bebelplatz reichte. Und als nach zwei Stunden und 345 eingereichten Arbeiten die Kapazität der Ausstellungsräume längst erreicht war, strömten immer noch aus allen Richtungen Künstler zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Transportern der einschlägigen Berliner Autovermietungen mit ihren Werken Richtung Kunsthalle.

Was für eine Demonstration kreativer Energie – das Gebäude der Bank eingekesselt von der hungrigen Meute der Kunstschaffenden – freundliche Übernahme der Bank durch die MACHT der KUNST.

Sichtlich beeindruckt von der geballten Kraft der Kunst entschlossen sich die Ausstellungsmacher spontan eine zweite Ausstellung zu organisieren, die es ermöglicht, alle an diesem Wochenende eingereichten Arbeiten zu zeigen. Niemand sollte umsonst stundenlang in eisiger Kälte gewartet haben. Bis zum Sonntag Abend waren dann auch insgesamt 2.146 Künstlerinnen und Künstler dem Aufruf der Deutschen Bank gefolgt und hatten ihre Werke abgegeben. Zu sehen im zweiten Teil der Ausstellung „MACHT KUNST“ in der „Alten Münze“ vom 28. April, 12:00 Uhr bis 29. April, 12:00 Uhr. 24 Stunden nonstop.

Und auch für den zweiten Teil der Ausstellung wurden noch einmal die gleichen Preise ausgelobt wie für den ersten: 3 x eine zweiwöchige Ausstellung im Studio der Kunsthalle, ausgewählt von einer Fachjury und der Publikumspreis (ein Atelierstipendium für ein Jahr, dotiert mit 500,- EUR monatlich), ermittelt durch die Stimmen des Publikums, die vor Ort abgegeben werden können.

Also, kommt in die „Alte Münze“, schaut auf diese Kunst und vergesst nicht Eure Stimme abzugeben! Natürlich für „screaming girl“ (Nr. 303).

Und, egal auf welche Künstler die Wahl bei dieser Ausstellung fällt, etwas ist bei dieser Aktion deutlich geworden: Die Kunst braucht mehr Raum. Viel mehr Raum! Raum, der in Berlin ja vorhanden wäre: Zum Beispiel am Flughafen Tempelhof, oder auch im neuen Flughafen BER, wenn der sich sowieso nicht als Flughafen eignet. Man könnte auch die „Hallen am Wasser“ stehen lassen. Oder die völlig absurden Abfindungen unfähiger Manager besser nutzen als Förderung fähiger Künstler. Und wer Angst hat zuviel Steuern zu zahlen: Wie wär’s mit einer Ausstellungshalle, oder einer Stiftung zur Förderung von Kunst und Künstlern. Oder einfach mal ein paar Kunstwerke kaufen. MACHT Platz für KUNST.

Ausstellung „MACHT KUNST“ – zweiter Teil in der Alten Münze

„screaming girl“ in den Tagesthemen vom 05.04.2013

 

Drei Grazien suchen neuen Liebhaber

Drei Grazien suchen neuen Liebhaber

 

 

„Eigentlich ist es eine Malmaschine, die immer irgendwelche Formen durch den Wind bewegt in den Himmel malt“ (Oliver Hahn über die „Drei Grazien“)

Im Dezember 1995 wurde im Rahmen der Modernisierung eines Mietshauses in der Nürnberger Strasse in Berlin Charlottenburg ein beschränkter Wettbewerb für einen Schaugiebel ausgeschrieben. Zwanzig Berliner Künstler wurden eingeladen, neun reichten Entwürfe ein. Die Jury bestand aus je zwei Vertretern der Architekten und der Investoren, einem Vertreter des Stadtplanungsamtes, einem Vertreter der Bauaufsicht und einem unabhängigen Kunsthistoriker. Mit einem Abstimmungsergebnis von sechs zu eins entschied sich die Jury für die kinetische Plastik von Oliver Hahn.

Im folgenden Jahr wurde der Schaugiebel mit dem Titel: „Drei Grazien“ auf dem Dach des Hauses feierlich enthüllt.

In einem Rahmen von fünf mal drei Metern sind drei weibliche Figuren aus Edelstahl zu sehen, die sich im Wind drehen. Durch das Nebeneinander von Positiv- und Negativformen der Figuren und der ständigen Veränderung durch den Wind tanzen die drei Grazien über den Dächern von Berlin in immer neuen Formen. Dabei liess sich der Künstler von der Nürnberger Strasse als traditionellem Ort des Tanzes inspirieren, seit den zwanziger Jahren für den Ballsaal Femina und bis in die neunziger Jahre für den Dschungel berühmt.

Der weibliche Körper als Symbol der Liebe, der Tanz im Wind als Zeichen der Unendlichkeit ihrer Form.

Nach 10 Jahren über den Dächern von Berlin suchen die drei Grazien nun ein neues Umfeld, in dem sie ihre Pirouetten drehen können.

Ausführliche Informationen zu diesem Projekt gibt es ab Mitte November hier auf der Seite oder beim offenen Atelier am 10. und 11. November.